ZiTex-Pressegespräch Textil- und Bekleidungsindustrie NRW
Es geht wieder aufwärts - Situation der Textil- und Bekleidungsindustrie
NRW in 2010 wesentlich verbessert!
Branchenumsätze steigen in 2010 deutlich – Positive Signale auch bei der Beschäftigtenentwicklung
Die Textil- und Bekleidungsindustrie in NRW erholt sich in 2010 zunehmend. ZiTex – Textil & Mode NRW stellte am 22. Juni 2010 in Düsseldorf die neuesten Zahlen und Prognosen zur Entwicklung der Branche in Nordrhein-Westfalen vor.
Klaus Huneke | Nach einem schwierigen Jahr 2009, das – bedingt durch die Auswirkungen der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise – von erheblichen Umsatzeinbrüchen geprägt war, erholt sich die Textil- und Bekleidungsindustrie in NRW zunehmend. Im vergangenen Jahr hat u.a. die Verringerung der Auslandsumsätze zu einem Umsatzminus von 16,7 % geführt. Einen derartigen Einbruch hatte die Branche bisher noch nicht erleben müssen. Durch Nutzung der Kurzarbeit konnten die Folgen für die Beschäftigten jedoch erheblich abgemildert werden. Dennoch ist auch hier in 2009 ein Verlust von 10,9 % zu verzeichnen. |
Für das Jahr 2010 erwarten die Unternehmen eine deutliche Besserung. So gehen – in einer aktuellen Befragung der Branchenverbände – 70 % der Unternehmen von steigenden Umsätzen aus. Für das gesamte Jahr 2010 wird mit einem Umsatzplus von ca. 8 % gerechnet. Auch der Rückgang an Beschäftigten wird demnach in 2010 weitgehend gestoppt sein.
NRW – umsatzstärkstes Textil- und Bekleidungsland Nach wie vor repräsentiert NRW das umsatzstärkste Textil- und Bekleidungsland innerhalb Deutschlands. Hier agieren 290 Textil- und Bekleidungsunternehmen. Die NRW-Industrie belegt ebenso eine Spitzenposition in der Anzahl der Beschäftigten mit 25,8 % der insgesamt in Deutschland in diesem Sektor tätigen Menschen. Spitze ist diese Industrie auch im Umsatz, denn mehr als 27 % des deutschen Branchenumsatzes wird in NRW erwirtschaftet. |
Rolf A. Königs |
Keine „Kreditklemme“, aber erschwerte Bedingungen auf dem Kreditmarkt.
| Die Situation auf dem Kreditmarkt ist für Unternehmen der Textil- und Bekleidungswirtschaft schwieriger geworden. 25 % der Unternehmen halten die Situation für mangelhaft bis höchstens ausreichend. Nur 34 % sehen die Situation auf dem Kreditmarkt als „gut“ oder „sehr gut“, vor der Finanzmarktkrise haben dies noch 61 % so bewertet. Probleme werden insbesondere bei höheren Sicherheitsanforderungen und Auflagen (66 %) und höheren Zinssätzen (31 %) gesehen. Von einer „Kreditklemme“ kann jedoch nicht gesprochen werden: 47 % der befragten Unternehmen halten diese Aussage für nicht gerechtfertigt. |
Forderung nach einem neuen Schwerpunkt „Mittelstand“
Als problematisch sieht die Branche die gegenwärtige Praxis bei staatlichen Förderprogrammen in den Bereichen „Innovation“, „Umwelt“ und „Wachstum“. Durch den KMU-Fokus der Europäischen Union werden zahlreiche Unternehmen nicht nur der Textil- und Bekleidungsindustrie von Fördermöglichkeiten ausgeschlossen. Insbesondere Unternehmen in den Größenklassen „250-499“ und „500-999“ Beschäftigten werden hier stark benachteiligt. Dies führt mittelfristig zu einem Verlust an Innovationskraft des Mittelstandes und zu fehlenden Investitionen für Umwelt und Wachstum. Hier fordert die Branche – neben dem bestehenden KMU-Fokus – die Einführung eines neuen Schwerpunktes „Mittelstand“, um die Potenziale des Mittelstandes zu stärken. Nur so können die Klima- und Wachstumsziele der EU – realistisch gesehen – erreicht werden. |
Justus Schmitz |















Heide Schnare