Sonntag, 20. August 2017

Netzwerk Bekleidung & Mode NRW

Die Bekleidungs- und Modewirtschaft in Nordrhein-Westfalen ist eine konsumorientierte Industrie- und Dienstleistungsbranche, die in NRW mit über 12.000 Beschäftigten auch weiterhin eine bedeutende Rolle für die Gesamtwirtschaft hat, insbesondere als Branche, die „nahe am Endverbraucher“ steht und im Kontext mit der gesamten Textilwirtschaft in NRW als Zuliefererindustrie gesehen werden muss. Wird die Relevanz auf diesen Cluster bzw. dieses Kompetenzfeld ausgedehnt, so ergibt sich allein in NRW eine Beschäftigungsrelevanz von ca. 43.000 Beschäftigten.

Eine Befragung von über 50 Unternehmen der NRW-Bekleidungsindustrie zu Situation und Perspektive im Auftrag des Wirtschaftsministeriums NRW (April 2005) hat gezeigt, dass die Branche gute Ansätze zur Bewältigung der Globalisierungsauswirkungen umgesetzt hat. Die Untersuchung hat aber auch deutlich gemacht, dass zum Teil erhebliche Defizite in der NRW-Bekleidungsindustrie existieren, die die künftige Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit und somit Unternehmen und Arbeitsplätze in ihrer Existenz gefährden können:

  • So weist die Branche z.B. eine nicht ausreichende Vernetzung zum Handel und zur Textilindustrie wie auch zur Logistikbranche, zur Wissenschaft sowie zum politisch-administrativen System auf.
  • Die Akteursstruktur im gesamten Cluster ist sehr heterogen und daher ein abgestimmtes Vorgehen nur selten möglich.

Dies führt letztlich zu erheblichen Defiziten in unterschiedlichen Bereichen:

  • Die Innovationsfähigkeit im Bereich Design und im Bereich neuer Produktentwicklungen ist im internationalen Maßstab weiter zu stärken.
  • Die strategische Ausrichtung der Unternehmen bezüglich weltweiter Absatzmärkte und Produktionsbedingungen ist zu verbessern.
  • Fachausbildungen und Studiengänge sind zu wenig an den Anforderungen der Wirtschaft ausgerichtet.
  • Zielgerichtete Weiterbildungen der Mitarbeiter/innen wie auch der Führungsebenen müssen auf breiter Basis ausgebaut werden.
  • Der vertikale wie auch der horizontale Wissenstransfer ist deutlich zu verbessern.
  • Die Entwicklung zukunftsweisender Geschäftsmodelle muss stärker vorangetrieben werden.
  • Die Nachwuchssicherung qualifizierter Kräfte bereitet aufgrund von immer noch vorhandenen Imageproblemen weiterhin Probleme.
  • Der Mode- und Messestandort NRW (wie auch Deutschland) verliert im europäischen und weltweiten Kontext aufgrund interner Koordinierungsprobleme massiv an Bedeutung und muss gestärkt werden.

Auf Basis mehrerer Gespräche zwischen der Branche und der Landesregierung, der o.g. Untersuchung zur Situation der Bekleidungswirtschaft und vielfacher Gespräche mit Unternehmen, Verbänden und der Politik ist ein Projekt erarbeitet und bewilligt worden, dass sowohl in der Basisproblematik „Vernetzung“, als auch in den identifizierten Problembereichen wirken und diese Defizite weitgehend beheben soll.

Das Projekt wurde 31.12.2009 abgeschlossen. Insgesamt konnte das Projekt einige bemerkenswerte Erfolge erzielen. Hierzu gehören u.a.:

  • Die Gründung von Fashion Net Düsseldorf e.V. sowie erste Vorbereitungen für einen Förderantrag zum Modestandort Düsseldorf.
  • Die Erarbeitung nachfrageorientierter Weiterbildungsangebote.
  • Die Initiierung eines Studiengangs "Retail" im Fachbereich Textil- und Bekleidungstechnik an der Hochschule Niederrhein.

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Die neuesten Zahlen aus der Textil- & Bekleidungsindustrie in NRW finden Sie in unserem aktuellen ZiTex-Brancheneinblick 05/2017.

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